Throwback Thursday: Das Fest im Vulkan

Im September 2000 das erste Mal im Berliner Kurier veröffentlicht, sind wir beim Archiv-Durchstöbern zufällig auf die Scribbles (erste Vorzeichnung der Seiten) von Hubertus Rufledt für den Zwei-Seiter "Das Fest im Vulkan" gestoßen. Grund genug für einen kleinen Direkt-Vergleich!



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Das MOSAIK-Team trauert um Jochen Arfert

Das MOSAIK-Team trauert um Jochen Arfert, der am 23. April 2019 gestorben ist.



Viele geschickte und talentierte Hände haben in 63 Jahren MOSAIK am monatlichen Entstehen des beliebten Comics mitgewirkt. Doch nur ein Mann war vom ersten Heft bis zum Erreichen seines wohlverdienten Ruhestandes, das heißt 40 Jahre lang, dabei: Jochen Arfert!

Geboren am 9. September 1930 in Schwerin, gehörten das Zeichnen und Malen schon in früher Kindheit zu Jochens Leidenschaften. Doch nach Beendigung der Schulzeit im Jahr 1945 standen bei der Lehrstellenwahl verständlicherweise nicht nur Vorlieben und Neigungen, sondern vor allem auch rein praktische Erwägungen im Vordergrund. Deshalb trat Jochen beim privaten Handwerksmeister Kampenhausen in Schwerin eine Lehre als Dekorationsmaler an. Gemeinsam mit zwei weiteren Lehrlingen wurde er in allen Grundtechniken der Gebrauchsmalerei unterrichtet. Beim Herstellen von Dekorationen für Restaurants oder das Schweriner Theater erwarb er viele Fertigkeiten, z. B. das Strukturieren von Marmor oder Holz, die ihm auch später noch bei seiner Arbeit am MOSAIK-Heft zugute kommen sollten. Nach erfolgreichem Abschluss begann er im Jahr 1949 eine zweite Lehre – als Gebrauchswerber. Diese 2 Jahre dauernde Ausbildung absolvierte er bei der ostdeutschen Konsumgenossenschaft. Aber auch damit konnte und wollte sich Jochen nicht zufrieden geben: Als er 1951 zu den Weltfestspielen nach Berlin reiste, nutzte er die Gelegenheit, um Erkundigungen über die Fachhochschule für Angewandte Kunst in Oberschöneweide einzuziehen. Er fand heraus, dass die Aufnahmeprüfungen für den 1. September angesetzt waren. So quartierte er sich einstweilen bei Freunden ein und trat an besagtem Tag tatsächlich zur Aufnahmeprüfung an. Mit Erfolg – und fortan studierte Jochen in der Gebrauchsgrafik-Klasse. Bis 1953 unterrichteten auch viele westdeutsche Professoren an der Fachhochschule, was nicht unwesentlich zum offenen Klima dort beitrug. Nach einem erfüllten Studium, das weit mehr als das Entwerfen von Verpackungen beinhaltete und das er mit einem Abschluss als Diplom-Grafiker beendete, konnte Jochen 1955 nahtlos in das Berufsleben einsteigen. Der Vertrag für eine Anstellung als Grafiker an der Komischen Oper Berlin lag schon zur Unterschrift zu Hause bereit, als sich das Blatt noch einmal wendete. Eine Studienkollegin Jochens war mit der Schwester eines gewissen Johannes Hegenbarth befreundet. Dieser suchte Mitstreiter für ein neuartiges Bildergeschichtenheft. Obwohl sich Jochen das alles nicht recht vorstellen konnte – hatte er doch den Künstler Josef Hegenbarth aus Dresden vor Augen – , kam es zu einem ersten Gespräch. Das endete mit dem Resultat, dass der Opern-Vertrag ohne Unterschrift zurückging und Jochen bei der Geburt des MOSAIK dabei war. Sein Studienkollege und bester Freund Heinz Handschick kam auch noch mit ins Boot, und so wurden nun 2 Jahre lang zu dritt in mühevoller Kleinarbeit MOSAIK-Hefte produziert. Jochen war von Beginn an für die Farben zuständig. Das war es auch, was ihn am Comic reizte: Man konnte einfach alles ausprobieren und wild herumexperimentieren – im Comic war alles möglich, und diese Narrenfreiheit konnte er als Kolorist besonders gut ausleben.

Wurden anfänglich stets die Originalseiten koloriert, begann man nach dem Wechsel des MOSAIK zum Verlag Junge Welt mit Blaudrucken zu arbeiten, von denen die Druckerei stets zwei lieferte. Gebraucht wurde aber eigentlich immer nur einer, denn schließlich waren hier echte Profis am Werk. Jochen als Leiter der Farbabteilung legte in Absprache mit den Kollegen die Grundthemen und farblichen Stimmungen für ein Heft fest (Dominierte die Wüste, das Meer oder der Orient?) und erstellte eine Farbpalette. Darauf aufbauend wurde das Heft dann seitenweise von den einzelnen Mitarbeitern farblich umgesetzt Nach den ersten Jahren seiner praktischen Arbeit bei MOSAIK wollte Jochen seine Studienerfahrungen gerne auch noch auf anderen Gebieten umsetzen und deshalb ließ er seine Anstellung von Vollzeit- auf Halbtagsbeschäftigung ändern. Um in der DDR als Grafiker freischaffend arbeiten zu können, musste man Mitglied des Verbands bildender Künstler sein und nach erfolgreicher Aufnahme alle zwei Jahre die zentrale Ausstellung des Verbandes mit drei Arbeiten beschicken. Dies fiel Jochen nicht schwer, denn die Palette der Verlage, für die er neben MOSAIK von nun an noch tätig war, wuchs schnell. Er schuf Illustrationen für Bücher des Kinderbuchverlags, des Sportverlags, für die Verlage Urania und Transpress, er arbeitete für die ABC-Zeitung, die Frösi, Atze und über 20 Jahre für die „Freie Welt“. Das von ihm illustrierte Buch „Energie aktuell“ wurde als „eines der schönsten Bücher der DDR im Jahr 1975“ ausgezeichnet. Sehr viele hübsche Arbeiten entstanden für den Postkartenverlag: Lackbilder mit Tieren, Pflanzen, Fahrzeugen, Bauwerken, Abziehbilder, Glückwunsch- und Postkarten.

Doch beim MOSAIK, auch zu Zeiten der Abrafaxe, blieb er stets auf das Kolorieren spezialisiert. Es war jedes Mal eine Überraschung, wenn ein Heft aus der Druckerei kam, denn Originalfarbe und Druckfarbe fielen oft sehr unterschiedlich aus. Deshalb, und auch, weil die Papierqualität nie wirklich vorhersehbar war, schlug man beim Kolorieren vorsorglich 10–15 % mehr Farbe zu. Trotzdem erhielt die MOSAIK-Redaktion regelmäßig eine Auszeichnung für die Einsparung von Farbe bzw. für den sparsamen Umgang damit. Auch in der Papierbeschaffung waren damals Überzeugungsvermögen und Witz gefragt. Deshalb reiste Jochen gemeinsam mit Heidi Jäger des Öfteren quer durch die Republik, um zusätzliche Papierkontingente aufzutreiben, damit noch ein paar mehr MOSAIK-Hefte gedruckt werden konnten.

Als das MOSAIK nach der Wende wiederum in einem neuen Verlag aufging, war Jochen immer noch an Bord, und seine Erfahrung und sein Rat waren bei seinen jüngeren Kollegen geschätzt und gefragt. An das Kolorieren mit dem Computer mochte er sich allerdings nicht mehr gewöhnen: 40 Jahre meisterhafter und solider Handarbeit hatten schließlich gezeigt, dass es auch ohne ging!


Danke, Jochen, für die vielen schönen und farbenfrohen Momente!



Jochen Arfert am Arbeitsplatz
Arbeitsberatung an Jochens Schreibtisch mit Brigitte Lehmann, Egon Reitzl und Heidi Jäger












MOSAIK 523

Eine Hochzeit und andere Hindernisse

MOSAIK 523
Wer traut sich?

Kurzbeschreibung:

Brabax, Clarus und Califax sind auf dem Weg zurück nach Lübeck. Weil im Winter keine Koggen über die Ostsee fahren, müssen sie zu Fuß gehen und stoßen prompt auf ein großes Hindernis. In Lübeck sind Abrax und Simon nach ihrem Rauswurf gezwungen, sich als Tagelöhner verdingen. Dagegen hat Ulrike ihren großen Tag und heiratet den reichen Sohn des Bürgermeisters. Wer ihr Hochzeitskleid bezahlt, warum Simon zum Helden der einfachen Leute wird und weshalb Brabax versucht, über Wasser zu gehen, das erzählt das MOSAIK 523.


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Das Magische Auge im
MOSAIK 523

Mithilfe unseres Magischen Auges erfahrt ihr woher wir die Inspiration für unser Hochzeitspaar haben.
Außerdem wartet die Magische Schatzsuche auf euch! Und was noch? Schaut selbst nach – auf insgesamt sieben Seiten im neuen Heft!











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Pressezitate

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  • 3

Das MOSAIK macht nicht bloß Spaß, sondern auch schlau!

Märkische Allgemeine 06.04.2013

Die erfolgreichsten deutschen Comics [...]

Lausitzer Rundschau 22.03.2013

Wahrheitsgehalt, Weltbild, Werte: Dafür war das Mosaik lange nicht für voll genommen worden. Jetzt werden sogar die künstlerischen Einflüsse gewürdigt.

Die Welt 26.04.2014