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MOSAIK 453 – Ein Blick in den Arbeitsablauf

Das Manuskript

"Im Anfang war das Wort" gilt auch allmonatlich für das MOSAIK. Allerdings wird das Wort in diesem Falle nicht von Gott verkündet, sondern von unserem MOSAIK-Autor Jens U. Schubert.
Wie so eine Manuskript-Seite aussieht, könnt ihr hier sehen:

Aufmerksame Leser können aus so einer Skript-Seite unglaublich viele Informationen ziehen und nicht nur die reinen Dialoge:

  • Das letzte Änderungsdatum, samt Uhrzeit
  • Die Heftnummer
  • Die Seitenzahl
  • Die Seitenaufteilung der Panels
  • Welche Figuren sind im jeweiligen Panel zu sehen?
  • Was machen die Figuren im jeweiligen Panel?
  • Sollen Sprech- oder Gedankenblasen eingebaut werden?
  • usw.

 

Das Scribble

Mit dem Skript bekommen wir von Jens U. auch immer ein sogenanntes Scribble (englisch, wortwörtlich: das Gekritzel). Im Grunde könnte man dieses als ersten visuellen Entwurf ansehen, denn damit skizziert Jens zusätzlich seine erdachte Handlung und verdeutlicht unseren Zeichnern, wie er sich in etwa die Seitenaufteilung und Anordnung der Figuren vorgestellt hat.
Damit dieser Entwurf nicht unendlich viel Zeit in Anspruch nimmt, vereinfacht Jens U. die Zeichnungen so weit, dass er in der Regel die Anfangsbuchstaben der auftretenden Figuren über ihnen ergänzt:
453_10_scribble
Das neue Skript und die dazugehörigen Scribbles werden jeden Monat in einer Lesung vor der gesamten Redaktion vorgestellt. Sollten dort Handlungslücken, unstimmige Dialoge oder anderweitige Probleme auftauchen, werden diese gleich besprochen und gegebenenfalls notiert und geändert.
Hier kann es dann z. B. vorkommen, dass Überlegungen angestellt werden, wie man am besten einen Baum zu Fall bringen kann. (siehe MOSAIK 452, Seite 39 ff.)

Der Aufriss

Nach der Lesung gehen Skript und Scribble an unseren künstlerischen Leiter Jörg Reuter, der die Seiten aufreißt. Keine Angst, er nimmt sich nicht das Skript und zerreißt alle naselang Seiten, sondern er fertigt schnelle Vorzeichnungen an. In der Welt der Comics nennt sich dieser Prozess "Aufreißen", was sich von dem ruckartigen/reißenden Strich ableiten lässt.
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Die Reinzeichnung

Anschließend machen die Aufrisse einmal die Runde in unserem Zeichnerzimmer.
Jeder unserer derzeit sieben Zeichner fertigt nun eine endgültige Skizze seiner ihm zugeordneten Figuren bzw. Hintergründe an und zeichnet die dann sauber mit Tusche nach. Dieser Prozess nennt sich "Inken" (englisch, "ink" = Tinte). Das Endergebnis, die Reinzeichnung, seht ihr hier:
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An dieser Seite saßen beispielsweise nur zwei unserer Zeichner: Jens Fischer, der die Figuren zeichnete und Andreas Schulze, der im MOSAIK für die Hintergründe zuständig ist.

Die Kolorierung

Bevor aus den Reinzeichnungen das MOSAIK wird, so wie ihr es kennt, fehlt natürlich noch die Farbe.
Für die Farbigkeit unserer Seiten ist unser Kolorist André Kurzawe zuständig. Für ein Heft benötigt André je nach Aufwand zwei bis drei Wochen.
453_10_kolorierteseite
Hat er das Heft koloriert, findet die sogenannte Farblesung statt. Hier kommen noch einmal alle Redaktionsmitglieder zusammen und schauen, ob die Figuren und Hintergründe auch wirklich die richtigen Farben haben oder ob André noch einmal kurz Hand anlegen sollte. Bei dieser Seite z. B. durfte André im letzten Panel die braunen Flanken von Hannibal ergänzen.
In der Schnelle kann es nämlich durchaus vorkommen, dass Knopf- und Kostümfarben sich von einem zum nächsten Panel ändern oder ein kleines verstecktes Tier in der Dichte des Waldes übersehen wurde.

Die fertige Seite

Sobald die fertig kolorierten Seiten von André zurück in unsere Redaktion gelangen, kommen sie auch schon zu unserem redaktionellen Mitarbeiter Robert Löffler. Robert ist für das Einpflegen der Texte zuständig. Dieser Vorgang wird als Lettering (englisch, wortwörtlich: die Beschriftung) bezeichnet und kann durchaus ein bis zwei Tage in Anspruch nehmen.

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Wurden auf allen Seiten Texte eingepflegt, gelangt das fertige Heft in unser Lektorat und wird dort auf Herz und Nieren geprüft. Neben Rechtschreibung und Grammatik wird erneut die Farbe kontrolliert und auf Kontinuität geachtet. Schließlich sollen unsere Helden und deren Gegenspieler ja auch durch die Geschichte gleich gekleidet sein bzw. deren Accessoires sich nicht ständig ändern.

Nachdem alle Änderungen vorgenommen wurden, gehen die Daten auch schon wieder an die Druckerei und es heißt für uns ein paar Tage Geduld bis wir die gedruckten MOSAIK-Exemplare in unseren Händen halten und an unsere Abonnenten verschicken können.

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Pressezitate

  • 1
  • 2
  • 3

Das MOSAIK macht nicht bloß Spaß, sondern auch schlau!

Märkische Allgemeine 06.04.2013

Die erfolgreichsten deutschen Comics [...]

Lausitzer Rundschau 22.03.2013

Wahrheitsgehalt, Weltbild, Werte: Dafür war das Mosaik lange nicht für voll genommen worden. Jetzt werden sogar die künstlerischen Einflüsse gewürdigt.

Die Welt 26.04.2014